Umweltbilanz Elektroauto

Woher stammt die Aussage, "ein E-Auto ist erst nach 100.000 km besser als ein Diesel"?

Eine schwedische Meta-Studie hat den CO2 Footprint der Batterieherstellung untersucht. Dazu wurden die Daten koreanischer und chinesischer Batteriehersteller der letzten 10 Jahre verwendet. Damit "kostet" der 100 kWh Akku eines Tesla 18 Tonnen CO2. 

In einer Presseveröffentlichung wurde dann errechnet wie weit ein Diesel-PKW mit 5 ltr/100km Verbrauch mit diesen 18 Tonnen CO2fahren könnte. Das sind tatsächlich etwa 100.000 km.

Nicht berücksichtigt wurde also der "kleine" Unterschied zwischen einem Teals S und einen Diesel-Kleinwagen und der Tatsache, dass vergleichbare Fahrzeuge eine 30 - 40 kWh Batterie haben und damit bereits nach 40.000 km bezüglich der CO2 Bilanz pari sind. 

Von der Tatsache, dass die Tesla Batterien in Nevada mit 100% Ökostrom aus PV und Windenergie hergestellt werden ganz zu schweigen.

Unabhängig von der ganzen Diskussion gilt natürlich: nur wenn der Strom für die E-Autos aus erneuerbaren Quellen stammt, hilft das E-Auto bei der Klimawende. Ansonsten ist es nur eine Verlagerung der Emissionen. 

Studie des Umweltbundesamtes

Eine aktuelle Studie des ifeu – Instituts für Energie- und Umweltforschung im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt, dass Elektroautos ein hohes CO2–Einsparungs-potenzial besitzen, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen werden. Untersucht wurden die CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (von der Produktion über den Betrieb bis hin zur Entsorgung) über eine durchschnittliche Lebensdauer von 168.000 km.

Folgende vier Fahrzeugtypen wurden miteinander verglichen: Otto-Benzinmotor (ICEV), Dieselmotor (ICEV), Plug-In-Hybrid (PHEV50) und Elektroauto (BEV100). 

Wenn Elektroautos mit Strom aus dem aktuellen deutschen Strommix (ca. 1/3 Anteil erneuerbarer Energien) geladen werden verbrauchen sie im Vergleich zum Dieselauto kaum weniger CO2.Gegenüber einem Benziner liegt die CO2-Einsparung bei ca. 20 %.

Der wahre Umweltvorteil ergibt sich erst über die Nutzung erneuerbarer Energien für den Ladestrom. Beim Szenario 2030 (mit 60% erneuerbarem Stromanteil) liegt der Stromer bei der CO2-Bilanz (ca. 120 g CO2-äq. /km) bei ca. 60 % verglichen mit einem Diesel bzw. bei 50 % der Emissionen eines Benziners. Mit 100 % Grünstrom z.B. über entsprechende Ökostromanbieter und/oder die Nutzung eigenen Sonnenstroms lässt sich die CO2-Bilanz noch deutlich verbessern.

Folgende Grafik zeigt ab welchem Zeitpunkt (gefahrene Kilometer) sich das Elektroauto aus Sicht der CO2-Bilanz im Vergleich zu einem Benziner oder Diesel rechnet.