Baustein der Energiewende

Elektroautos sind dann besonders umweltfreundlich, wenn der Strom für die Fahrzeuge auch aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird. Die E-Autos fahren ohne ohne direkten Ausstoß von lokalen Emissionen wie Kohlenmonoxid (CO), Stickoxiden (NOx), leicht flüchtigen Kohlenwasserstoffen (NMVOC) oder Staubemissionen. Jedoch muss für eine ganzheitliche Betrachtung auch die Produktion des Stroms für die Fahrzeuge für die Kalkulation mit berücksichtigt werden. Aufgrund des hohen Anteils von Kohlestrom in Deutschland spielen die Elektroautos erst bei Nutzung von regenerativ erzeugtem Strom ihre Umweltvorteile aus. Somit muss parallel zum Ausbau der Elektromobilität auch der Anteil an erneuerbaren Energien in Deutschlands Stromnetzen steigen.

Welche Chance jedoch in der Elektromobilität im Zuge der Energiewende liegt zeigt folgende Rechnung. In Deutschland wurden im Jahr 2016 insgesamt rund 650 Terawattstunden (TWh) an Strom erzeugt. Wenn alle PKW in Deutschland (ca. 44 Millionen) rein elektrisch unterwegs wären, würden diese Autos ca. 100 TWh an Strom für den Fahrbetrieb benötigen - was 15 % der Jahresproduktion entspricht. Allein über erneuerbare Energien wurden 2016 über 190 TWh umweltfreundlich erzeugt - also bereits die doppelte Menge.

Der durchschnittliche Verbrauch eines E-Autos liegt bei 17 kWh Strom je 100 Kilometer; die durchschnittliche Fahrleistung in Deutschland beträgt 14.000 Kilometer pro Jahr. Sehr, sehr optimistische Prognosen zur möglichen Anzahl der E-Autos gehen von maximal 3,3 Millionen im Jahre 2025  aus. Realistischer sind wohl zwei Millionen. „Bis 2030 gibt es keinen feststellbaren Einfluss der E-Mobilität auf Versorgungssicherheit und Netzstabilität“, heißt es in einer aktuellen Studie des Forschungszentrums der Energiewirtschaft dazu.Die Elektromobilität birgt überhaupt die Möglichkeit die benötigte Energie in Deutschland herzustellen und sich unabhängig von Importen von Aussen zu machen.

Ein weiterer Vorteil der Elektromobilität ist die Speicherfunktion der in den Autos verbauten Akkumulatoren. Bei einem Überangebot an Strom (z.B. zuviel Wind- oder Solarstrom) können die Elektroautos dem Netz Strom entziehen und bei Bedarf wieder abgeben. Bereits heute gibt es Modelle von Elektroautos (z.B. Mitsubishi oder Nissan Leaf 2018) die grundsätzlich die technischen Voraussetzungen bieten bidirektional zu laden d.h. also auch Strom aus dem Fahrzeug abgeben können. Es bräuchte rund 400.000 Autos mit einer Ladeleistung von jeweils 20 kW um die durchschnittliche Regelleistung im deutschen Stromnetz von 8 GW bereitzustellen. E-Autos können also in Zukunft dazu beitragen Last- bzw. Spannungsspitzen im Netz auszugleichen.

Elektroauto an Ladesäule